Die wildeste, schillerndste, westlichste Erscheinungsform des Druckhauses Galrev ist das Magazin "Warten", das von Dana Bordan und Rudolf Stoert herausgegeben wird. Die zweite Ausgabe ist erneut ein großes Cut-up: Ein in Spalten geteilter Textblock aus sehr unterschiedlichen Beiträgen, auch in englischer Sprache, die zerschnitten, unterbrochen, weitergeführt werden, die sich ineinander schlingen. Dem Underground-Sprachrohr tut es gut, daß das Abstruse nun schwindet und die Lesbarkeit zunimmt. Im Mittelpunkt Außenseiter, die sich gegen den Kunst-Mainstream behaupten konnten: Die Maler Friedrich Schröder-Sonnenstern und H. R. Giger, die Schriftsteller Rolf-Dieter Brinkmann, Georg K. Glaser und Armand Gatti. Davor, dazwischen, danach: Quantenchaos, "The Normadist Manifesto", das leere Zentrum Bukarests, z. B. Der Bildteil ist erneut sehr gut, das Layout exzellent. 
Aus der BASELER ZEITUNG vom 5. Juni 1994 
 
Warten nr. 1 

Format: 24,5 x 35 cm 
15 €, 27,50 SFR, ISSN: 0863-4637 
       
 
 

herausgegeben von Dana Bordan und Rudolf Stoert, 120 Seiten, 264 Spalten, über fünfzig meist ganzseitige Abbildungen, sechzehn Seiten Farbe, Networks ... Die Gegenwart war nur eine Generalprobe fürs Leben (Hubert Selby; Requiem für einen Traum) ...  
 
Warten nr. 2 

 Format: 20 x 31 cm 
15 €, 27,50 SFR, ISSN 0863-4637 
       
 
 

herausgegeben von Dana Bordan und Rudolf Stoert, 170 Seiten, 420 Spalten, über 60 Abbildungen, davon 10 in Farbe und und und ... Die über das Spektakel hinausgehende Kritik muß zu warten wissen (Guy Debord; Gesellschaft des Spektakels) ...  
 
Niemandsland, Tugendterror 
(Doppelheft) 

10 €, 19,- SFR, ISSN 0863-4637 1 
       
 
 
 

Das Thema dieses umfangreichen Heftes heißt "Tugendterror". Die zur staatlichen Doktrin erhobene Moral fordert spätestens seit der französischen Revolution das Opfer aller Menschen, die nicht bereit oder fähig waren (oder von denen dies auch nur angenommen wurde), sich einer solchen Norm anzupassen. Hinter der Tugend stand immer schon die Guillotine bereit. Der resignierte Pädagoge rettete sich in die Vernichtung, wenn seine Erziehung scheiterte. In solcher lebensgefährlichen Tugend liegt die Einheit der jeweils siegreichen Humanismen, die vorgeben, wie der Mensch zu sein oder nicht zu sein habe. 
Wolfgang Dreßen aus dem Editorial 
 
 
Almanach zum Lesen der Edition
qwert zui opü
 
mit biografischen Angaben, Autorenfotos, Abbildungen aus den Büchern, Umschlägen, bestelltechnischen Daten, einem Vorwort von S. Anderson und einem Nachwort von C. Pixis 
ca. 64 Seiten;

7,50 €, 14,- SFR, ISBN 3-910161-75-8 
       
 
 

1988 - nach über zehn Jahren Hand-Arbeit an Künstlerbüchern und Periodika in Kleinstauflagen, da sich aus der vordergründig politisch geladenen Konstitution ein ästhetischer Affekt formuliert hatte, dessen Gestalt im durchaus demonstrativ Privaten gründete, immer am Rande des Zentrums, nichts als Ich's aus Attitüden, in einer Situation des Wissens vom Ende zwar, aber umwölkt vom Glauben, daß der Welt Winde, die über das "Kunstwerk" wehn, die Ewigkeit desselben bedeuteten - in Worten: Neunzehnhundertachtundachtzig befleißigte sich Egmont Hesse, die Mitte für zwei Dutzend Menschen, Anreger, Übersetzer, Schriftsetzer, Nachdichter, Künstler, Buchdrucker, Buchbinder und -Innen zu sein, und gründete die Edition qwert zui opü (die obere Buchstabenzeile auf der Tastatur auch noch des Computers) in welcher das, wie ich denke, erste und gleichzeitig letzte, verlagsfreie, über 200 Seiten starke, "richtig gesetzte", "ordentlich gebundene", aber dennoch "isbn-nummern-lose" und "ungenehmigte" Buch in der DDR erschien. 

Von den Potentialisten des Gesellschafts- und Kunstmarktes, vor allem des westlichen, ist dieses Buch jedoch bisher nicht als das genommen worden, was es selbstverständlich ist: das Zeichen vom Ende einer Kultur. Sie, die, aus welchen Gründen auch immer, aufs Fremde Justierten, sehen darin den Anfang (Bleisatz und Buchdruck) ihrer eigenen Kultur, verbunden mit einer Andeutung Richtung Anpassung und Vermassung, was, von da gesehn, auch wieder richtig ist, und so etwas kauft man eben, wie Gedichte, nur im äußersten Sentiment... 
S. Anderson im Vorwort 

Richard Anders Sascha Anderson Walter Aue Thomas Böhme Barbara Bongartz Alexander Brener Gesualdo Bufalino William Burroughs Guido Ceronetti William Cowper John Donne Paul Durcan Elke Erb Gerhard Falkner Gino Hahnemann Gerard Manley Hopkins Dzévad Karahasan Bob Kaufman Andreas Koziol Heiner Link Frank-Wolf Matthies Oliver Mertins Bert Papenfuß A. R. Penck Hermes Phettberg Jürgen Ploog Jacques Roubaud Astrid Schleinitz Wolfgang Schlenker Dieter Schlesak Uve Schmidt Kiev Stingl Jáchym Topol Franck Venaille Keith Waldrop Paul M. Waschkau Ulrich Zieger