Von der Ernstschen Verlagsbuchhandlung in Leipzig, Göschenstr. 20
Sowie durch jede Buchhandlung ist ferner zu beziehen: „Der praktische Hausarzt“, erschienen in Leipzig Anno 1852

Das Wachsen des Haares zu befördern

Hierzu leistet öfteres Einreiben der Kopfhaut mit gutem Biere, namentlich , wenn man darin frische Klettenwurzeln ausgekocht hat, gute Dienste.

Gegen Kopfweh

Einer Dame, die häufig und heftig an Kopfweh litt, wurde folgendes Mittel angeraten, das sich denn auch als sehr wirksam erwies:Man kämme sich an einem Charfreitage das Haupthaar tüchtig durch, lasse es aber an allen übrigen Freitagen des Jahres ungekämmt.Gegen dasselbe Übel empfiehlt man auch einen um den Kopf gewundenen Frauenschleier oder ein schwarz-seidenes Tuch. Gut ist es auch, sich von einer fremden Person die rechte Hand auf die schmerzende Stelle legen zu lassen, während man mit seiner eigenen rechten, die linke der anderen Person erfaßt. Rührt das Kopfweh von Gicht oder Rheumatismus her, so kann man auch die eigene rechte Hand auf die betreffende Stelle, die linke aber auf die Herzgegend legen  und hierauf den leidenden Kopfteil mit seinem Speichel bestreichen.

Wider Melancholie, Drücken und Besinnungslosigkeit im Kopfe

Man nehme eine Haselnuß, welche von Natur oder durch einen Wurm ein Loch erhalten hat, zerreibe auch dasselbe mit einer Nadel deren ganzen Inhalt und bohre ihn heraus. Hierauf schiebe man den Spiegel einer Pfauenfeder hinein, lasse den übrigen Raum des Loches mit Quecksilber vollaufen und verklebe es dann mit Jungfernwachs, welches von jungen Bienen bekanntlich zuerst bereitet wird. Endlich nähe man die Nuss in ein Stückchen karmesinroten Taffet ein und hänge sie an den Hals. So wird man von seinem Leiden auf wunderbare Weise befreit werden.OderMan nahme einen durchlöcherten Chrysonth, fülle das Loch mit Eselshaaren und trage dann diesen so präparierten Edelstein in einem Beutelchen am linken Arm. Der Erfolg davon wird sehr gerühmt.Oderman lasse den Patienten auf Lorbeerblättern schlafen, so wird er ebenfalls ungewöhnlich schnell genesen.   Das gleiche wird von dem roten Schwalbenstein gerühmt, der in einem Beutelchen von Kalbsleder unter der linken Achselhöhle zu tragen ist.

Gegen Hypochondrie und Traurigkeit nach Theophrastus Paracelsus

Wer beschwert ist am Geblüte, daß er alle Zeit traurig ist, der esse das Kraut von Storchenschnabel mit Poley und Rauten gepulvert mit Brot, das stärket das Herze und machet es fröhlich.  Bei Hysterie soll man in die Strümpfe große Klettenblätter tun und auf ihnen gehen.

Gegen Gedächtnisschwäche

Ein Quentchen weißer Senf in Körnern des Morgens in kaltem Wasser genommen, wird als gutes Mittel gegen genanntes Übel gerühmt.

Gegen erhitzte oder entzündete Augen

Treffliche dienste tun gegen entzündete Augen Scheibchen von rohem Kalb- oder Rindfleisch, die man nachts auf die Augen bindet, und am nächsten morgen an einer entfernten Stelle einscharrt.

Gegen Schwerhörigkeit

Die inwendigen Fußsohlen der bei Tage getragenen, noch warmen Strümpfe über Nacht auf die Ohren binden, lassen das Übel schnell vergehen.

Gegen Verstopfung der Nase bei kleinen Kindern

Man hänge dem Kind in einem sauberen leinenen Tüchlein Schwarzkrümel um den Hals.

Heftiges Nasenbluten und andere Blutflüsse schnell zu stillen

Man nehme die Wurzel einer Kornblume, welche am Fronleichnamstage aus der Erde gegraben in der Mittagsstunde und in einem sauberen Papier aufbewahrt wurde, in die Hand und erwärme sie, so wird jede Blutung aufhören.Oderman lasse einen Tropfen des rinnenden Blutes auf eine Spinne fallen und dieselbe damit fortlaufen, so wird das Bluten sogleich aufhören.

Gegen Zahnschmerzen

Man nehme die Wurzel von großem Wegerich, schneide sie zu einem Zöpfchen etwa von 2 ½  cm Länge und so stark als der vordere Teil eines Federkiels, ziehe durch seine Mitte einen starken festen Faden und knüpfe in das Ende desselben  einen Knoten, damit der Faden , wenn man nachher an seinem anderen Ende (ohne Knoten) zieht, nicht aus dem Zäpfchen herauszugleiten vermag. Dieses Zöpfchen  steckt man nun in das Ohr auf derjenigen Seite, an welcher man Zahnschmerzen hat, Oder noch besser in jedes Ohr eins, so wird man sich schnell dadurch von dem in Rede stehenden Übel befreit fühlen.

Gegen blaue Male im Gesicht, wenn man gefallen ist oder sich gestoßen hat

Man bestreiche die verletzte Stelle mit dem noch warmen Blute einer weißen Henne und lasse dasselbe darauf trocken werden, dies nimmt die Flecken und Male weg.

Gegen Muttermale

Wenn bei einem eben erst geborenen Kinde ein Muttermal wahrgenommen wird, so braucht man letzteres nur mit der Nachgeburt bestreichen, um zu bewirken, daß es nach und nach verschwindet.OderEin magischs Mittel besteht darin, daß man das Mal unter die aufgelegte Hand eines Toten halten lässt.OderWenn sich eine erwachsene Person durch ein Muttermal enstellt sieht und sich davon frei machen will, so nehme sie ein Stückchen rohes Rindfleisch, lege es einer frischen Leiche in die rechte oder linke Achselgrube, lasse es 24 Stunden darin liegen, binde es dann für mehrere Stunden auf das Mal und vergrabe es nachher. Auf diese Art ist selbst ein großes behaartes Muttermal binnen 6 Wochen verschwunden.

Gegen Sommersprossen und Sonnenflechten

In magischer Weise sollen die Sommersprossen durch öftere Bestreichung mit einer schwarzen Schnecke oder mit Froschlaich verschwinden.

Gegen Gelbsucht

Man befestige dem Kranken eine Schleie auf der bloßen linken Brust oder eine Gartenschnecke über dem Nabel. Sobald die daselbst absterbenden Tiere gelb geworden sind, müssen sie weggenommen und durch frische erstzt werden, dies setzt man solange fort, bis die Tiere nicht mehr gelb werden und damit die Heilung der Krankheit angezeigt ist.Die abgenommenen Schleien und Schnecken müssen in fließendes Wasser geworfen oder irgendwo vergraben werden.

Gegen Flechten im Gesicht, am Hals und an den Körperteilen

Als wirksam gegen Flechten gilt das Bestreichen derselben vor dem Frühstück mit Speichel und vor dem Zubettgehen mit dem eigenen Ohrenschmalz

Gegen Überbeine

Wenn man zur Zeit des abnehmenden Mondes im Freien zufällig einen ausgebleichten Knochen findet, so drücke man mit solchem dreimal über das Überbein und werfe ihn dann hinter sich, ohne sich nach ihm umzusehen.

Gegen rheumatische Beschwerden und Gliederreißen

Rheumatische Schmerzen sollen sollen sich auf kurzhaarige Hunde übertragen lassen, wenn man diesselben neben sich im Bette liegen läßt.

Gegen das Erfrieren der Füße

Ein sehr einfaches, aber vielfach bewährtes Mittel, um dem Erfrieren der Füße vorzubeugen ist, über die nackten Füße ein paar Schweinsblasen zu ziehen und nach diesem erst sich mit Strümpfen  (oder Schuhen) und Stiefeln zu bekleiden.

Gegen verlorenen Fußschweiß

Aus einem Aufsatz im „ Allgemeinen Anzeiger der Deutsche“  heben wir folgende hierauf bezugnehmende Stelle hervor:Personen, welche schweißige Füße besitzen, haben sich stets einer beneidenswerten Gesundheit zu erfreuen. Das Wegbleiben dieser Körperausdünstung hat aber für sie in jedem Falle höchst nachteilige Folgen. Hat man daher den Fußschweiß auf irgendeine Art eingebüßt, so suche man ihn so bald als möglich wiederzuerlangen, was eben so leicht als sicher durch eine Einimpfung geschehen kann. Man zieht nämlich von einer gesunden kräftigen Person seines eigenen Geschlechtes, die mit starkem Fußschweiß behaftet ist, ein paar wollene, von Schweiß tüchtig durchdrungene Strümpfe an, und der Zweck ist erreicht.

Gegen schweißige Hände

Man reibe die Hände an den Türpfosten eines neuen Hauses, welches man noch nicht betreten hat.

Daß eine Wunde schnell heile

Man stecke das Instrument womit man sich verletzt hat in Speck und lasse es solange darin, bis die Wunde geheilt ist, was ungewöhnlich schnell geschehen kann.

Gegen  Schlaganfälle

Man lasse einen kräftigen Mann seinen nackten Fuß auf den vom Schlag getroffenen setzten und eine gute Weile in dieser Stellung  verbleiben. Der Erfolg dieses Mittels soll fast immer ein sehr befriedigender gewesen  sein.

Gegen Epilepsie oder böses Wesen

Sowie jemand einen epileptischen Anfall bekommt, ziehe man ihm gleich einen Schuh vom Fuße und halte ihm die innere Seite desselben unter die Nase, so wird er augenblicklich, auch wenn er in den heftigsten Zuckungen läge, wieder zur Besinnung kommen und gesund werden.

Gegen Fußkrampf

Man trage Korkscheiben, auf einen Faden gezogen, um die Beine.

Wenn jemand den Urin nicht halten kann

Man lasse sich einene Laubfrosch über die Nieren binden.

Bewährtes Mittel, um den Eintritt der Mensis oder des Monatlichen um einige Tage zu verzögern

Um ohne Nachteil das Monatliche einige Tage später eintreten zu lassen, was zuweilen den Damen auf Reisen, bei Besuchen etc. angenehm sein kann, ist es hinreichend  des morgens nüchtern neun Pfefferkörner zu verschlucken.

Gegen zu starke Menstruation

Man bind sich zu diesem Zweck einen Faden von scharlachroter Seide um den Goldfinger.

Gegen männliches Unvermögen oder sog. Impotenz

Der Leidende lasse ein Ei kochen, mache eine kleine Öffnung in dessen Schale und vergrabe es in einem Bau der großen roten Ameise. Wenn diese das Ei gefressen haben, ist auch die Impotenz geheilt. 

Gegen unnatürliche Liebe

Wenn sich jemand wider seinem Willen an eine Person des anderen Geschlechts durch Liebe gefesselt sieht, so ziehe derselbe ein paar neue Schuhe oder Stiefel an.