Irrlandt Ireland Irland 
herausgegeben von Jürgen Schneider
ca. 320 Seiten; 15 €, 27,50 SFR,

ISBN: 3-910161-30-8 

Es erscheint eine Vorzugsausgabe mit einem originalgrafischen Umschlag von A.R. Penck,
von 1-100 numeriert und signiert (Siebdruck, grün auf grünem Karton). Diese Exemplare sind über das Druckhaus Galrev für 50 € zu beziehen. 
       
 
 
Presse : 
Irrlandt Ireland Irland bringt im deutschen Sprachraum eine noch nie dagewesene Vielfalt irischer Kurzprosa und Dichtung (letztere zweisprachig), wobei erstmals eine repräsentative Auswahl irischsprachiger Gedichte von Andrea Mc Tigue direkt (also ohne Umweg übers Englische) ins Deutsche übertragen wurde. 
Richard Wall, in: Gegenwart, Nr. 22/94 
 
 
 
Besaßen die Iren vormals eine Nationalsprache, aber keinen eigenen Nationalstaat, so haben wir es heute umgekehrt mit einem - wenn auch geografisch unvollständigen - Nationalstaat ohne wirklich gesprochene Nationalsprache zu tun. So konnte die Association for Choice in Irish, die beherzt- reaktionär für die Abschaffung des Pflichtfachs Irisch eintritt, 1990 trocken feststellen:"Die Iren sind eine englischsprachige Nation." Umso erstaunlicher ist die selten gewürdigte Tatsache, daß dieselbe musik-und poesiedurchwirkte Sprache, der im Leben langsam der Atem auszugehen scheint, in der Literatur des Landes seit etwa fünfzehn Jahren einen ungeheuren Aufschwung erfährt. Literatur in irischer Sprache wird in dieser Anthologie erstmals im deutschsprachigen Raum ausführlicher vorgestellt. Die Idee zu einer Anthologie irischer Literatur der Gegenwart existierte bereits, da fanden im November 1991 in der LiteraturWERKstatt Berlin die Tage der irischen Literatur statt. Paula Meehan, Nuala Ní Dhomhnaill, Dermot Bolger, Ciaran Carson, Paul Durcan, Hugo Hamilton, John McGuffin, John Montague, Joseph O´Conner, Gabriel Rosenstock und Francis Stuart lasen aus ihren Werken. Die LiteraturWERKstatt hat uns freundlicherweise die Materialien dieser Tage zur Verfügung gestellt. Die dort von den irischen Autorinnen und Autoren gelesenen Texte bilden neben den Übersetzungen irischsprachiger Gedichte den zweiten Schwerpunkt dieser Anthologie. Aufgenommen wurden darüberhinaus auch Kurzgeschichten und Gedichte weiterer irischer Schriftsteller/innen. 
Seamus Deane, der jüngst die allen an irischer Literatur Interressierten zu empfehlende dreiteilig-voluminöse Fild Day Anthologie of Irish Writing (ca. 550-1900) editierte, schrieb 1979 in der Zeitschrift Crane Bag : "In literatur at least Ireland has sometimes overcome the severe limitations of its geography and of the catastrophic burden of its history." Die Texte in dieser Anthologie belegen dies in Ihrer Vielfalt, wenn auch ein Feuilletonist in einer Zeitung für Deutschland kürzlich feststellte, die irische Literatur habe aufgrund ihrer langen Isolation den Anschluß an europäische Traditionen noch nicht gefunden, sie rette sich in die Vertrautheit der privaten Nähe, und besonders in der Lyrik liege die Versuchung zur puren Heimatpoesie gefährlich nahe. 
aus dem Vorwort von Jürgen Schneider 
 
 
 
 
Ciaran Carson: Belfast Confetti 
Als das Überfallkommando einschritt, regnete es plötzlich Ausrufe zeichen,/Muttern, Bolzen Nägel, Autoschlüssel. Eine Fontäne kaputter Typen. Und die Explosion/Selbst - ein Sternchen aus dem Stadtplan. Diese Linie aus Bindestrichen, eine Salve aus dem Schnellfeuergewehr.../Ich versuchte, einen Satz in meinem Kopf zu vollenden, aber das Knattern ging weiter,/All die Gassen und Seitenstraßen blockiert von Punkten und Kolonnen.//Ich kenne dieses Labyrinth sehr gut - Balacalava, Raglan, Inkerman, Odessa Street -/Warum kann ich nicht entfliehen? Jede Bewegung ist mit Satzzeichen versehen. Crimea Street. Wieder eine Sackgasse./Ein Saracen, Kreml-2-Gitter. Visiere aus Makrolon. Walkie Talkies. Wie lautet/Mein Name? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Ein Hagel von Fragezeichen. 


Richard Anders Sascha Anderson Walter Aue Thomas Böhme Barbara Bongartz Alexander Brener Gesualdo Bufalino William Burroughs Guido Ceronetti William Cowper John Donne Paul Durcan Elke Erb Gerhard Falkner Gino Hahnemann Gerard Manley Hopkins Dzévad Karahasan Bob Kaufman Andreas Koziol Heiner Link Frank-Wolf Matthies Oliver Mertins Bert Papenfuß A. R. Penck Hermes Phettberg Jürgen Ploog Jacques Roubaud Astrid Schleinitz Wolfgang Schlenker Dieter Schlesak Uve Schmidt Kiev Stingl Jáchym Topol Franck Venaille Keith Waldrop Paul M. Waschkau Ulrich Zieger